Wanderferien auf den Kanaren: klimafreundlich mit Zug, Schiff und Bus

Inspiriert wurde diese Reise vom Handbuch „Reisen mit Klimaschutzfaktor“ – ein lesenswerter Ratgeber für alle, die auch auf der Mittelstrecke in Europa nachhaltig unterwegs sein wollen.

An- und Rückreise:
Abenteuer auf Schiene und See

Unsere Route führte uns von Bern aus mit dem Interrail-Pass über Girona und Valencia nach Huelva in Südspanien. Theoretisch ist die Strecke in zwei Tagen zu schaffen, wir aber haben uns Zeit gelassen. Ein Nachmittag in Valencia, ein längerer Stopp in Córdoba: Warum hetzen, wenn man unterwegs auch noch etwas erleben kann?

Die Überfahrt von Huelva nach Teneriffa mit Fred. Olsen Express / Balearia dauerte etwa 34 Stunden. Ein kleiner Wermutstropfen: Der Anleger in Santa Cruz de Tenerife, die Muelle Bufadero (Dique del Este), ist für Fussgänger alles andere als ideal. Entweder man organisiert sich während der Einfahrt ein Taxi, das einen bei der Rotonda Las Olas auf dem Hafengelände abholt, oder man akzeptiert einen längeren Fussmarsch Richtung Stadtzentrum. Das Hafengelände ist hoch eingezäunt, und es gibt keinen direkten Zugang zur Strasse, auf der die Busse verkehren. Besonders unpraktisch, wenn die Fähre – wie bei uns – erst gegen Mitternacht anlegt.

Tipp für die Rückreise: Wer will, kann mit Naviera Armas / Trasmediterranea eine Art Mini-Kreuzfahrt einlegen. Mit Zwischenstopps auf Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote verlängert sich die Fahrt zum Zielhafen Cadiz auf über 60 Stunden, aber die Zeit auf hoher See bleibt ähnlich. Die Schiffe von Olsen waren uns in Sachen Komfort und Ausstattung lieber, aber Armas ist eine solide Alternative.

Öffentlicher Verkehr auf Teneriffa: Busse, die begeistern

Teneriffa überrascht mit einem modernen, dicht ausgebauten Busnetz, günstig und fast überall hin führend. In abgelegeneren Regionen wie dem Anaga-Gebirge wird der Fahrplan zwar dünner, aber mit guter Planung kommt man auch hier ans Ziel. Einige Strecken sind regelrecht spektakulär: Die Fahrt von Santiago del Teide nach Buenavista oder von Santa Cruz nach Taganana sind Erlebnisse für sich. Allerdings: Die Fahrweise der Busfahrer ist nichts für schwache Nerven.

Achtung: Der Online-Fahrplan auf titsa.com war für uns weder per Laptop noch Handy abrufbar, vermutlich ein Browser-Problem. Erst in lokalen WLANs auf der Insel funktionierte der Zugriff. Google Maps erwies sich als zuverlässige Alternative für Fahrplanabfragen.